Dimebag Darrell

  • 16. Mai 2011
  • Geschrieben von Ela
  • Abgelegt unter Portraits

Darrell Lance Abbott, besser bekannt als Dimebag Darrell, wurde am 20. August 1966 in Arlington im US-Bundesstaat Texas geboren. Also Sohn des Songwriters und Musikproduzenten Jerry Abbott befand sich Dimebag Darrell bereits in früher Kindheit in einem aktiven musikalischen Umfeld; sein Vater war es, der ihn animierte, das Gitarrenspiel zu lernen.

Darrell soll zwar Gitarrenunterricht genommen, diesen aber bereits nach der ersten Stunde wieder quittiert haben, um sich fortan als Autodidakt zu probieren. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder, Vincent “Vinnie” Paul Abbott, der Schlagzeug spielte, sollte er sein Leben lang ein musikalisches Team bilden. Zum Mythos Dimebag Darrell gehören auch Berichte, denen zufolge er nach anfänglichen, überragenden Erfolgen von Wettbewerben für junge Gitarrentalente ausgeschlossen war, weil er seine Konkurrenz regelmäßig geradezu deklassierte.

Pantera und Damageplan

Die frühen Pantera: Glam Rock und Power Metal

Pantera wurden 1981 von Vinnie Paul und Dimebag Darrell gegründet. Zur ersten produktiven Besetzung gehörten außerdem Rex Brown (Bass) sowie Terry Glaze (zuerst Rhythmusgitarre, dann Gesang), der der Band jedoch nur bis 1987 angehören sollte und danach bei Lord Tracy einstieg. In diesem ersten Abschnitt der Geschichte der Band, der manchmal nicht ganz unbegründet als Glam-Ära bezeichnet wird, spielten Pantera als Vorband für Dokken sowie Quiet Riot und veröffentlichten ihre ersten drei Alben “Metal Magic” (1983), “Projects in the Jungle” (1984) und “I am the Night” (1985). Insbesondere das rasante Wachstum der Thrash-Metal-Szene um Bands wie Metallica, Megadeth und Anthrax führte zu einer stilistischen Neuorientierung bei Pantera. Bevor die Band 1988 ihr viertes Album, “Power Metal”, aufnehmen konnte, gab es einige Schwierigkeiten, den Posten von Terry Glaze neu zu besetzen. Erst 1987 gelang es, mit Phil Anselmo einen zum neuen Konzept der Band passenden Sänger zu rekrutieren. Die Band scheint diesen ersten vier Veröffentlichungen heute eher mit gemischten Gefühlen gegenüber zu stehen, denn in der offiziellen Diskografie von Pantera werden sie unterschlagen.

Die klassischen Pantera

Cowboys from Hell Album Cover

Cowboys from Hell: der Klassiker, der Pantera berühmt machte

Zwischenzeitlich wurde Megadeth-Frontmann Dave Mustaine auf Darrell aufmerksam und lud ihn ein, bei seiner Band den vakanten Platz von Gitarrist Jeff Young zu besetzen. Er lehnte ab, weil Mustaine für Darrells Bruder Vinnie Paul keine Verwendung hatte. Dafür widmete er sich allerdings den Aufnahmen zum fünften Pantera-Album, das 1990 als “Cowboys from Hell” auf einem Major-Label erscheinen sollte und der Band den Durchbruch brachte. Nach Touren mit Judas Priest, AC/DC und Metallica erschienen 1992 und 1994 die beiden wahrscheinlich einflussreichsten Alben der Band, “Vulgar Display of Power” und “Far Beyond Driven”, die zum Teil als Gegenentwurf zum damals populären Grunge aufgenommen wurden.

Die Heroinabhängigkeit von Phil Anselmo führte zwischenzeitlich zu Problemen innerhalb der Gruppe, so dass dieser die Gesangsspur für das nächste Pantera-Album “The Great Southern Trendkill” (1996) getrennt vom Rest der Band in einem anderen Studio aufnahm. Es dauerte eine Weile, bis die Band zum achten und letzten Mal ein Studio aufsuchte, um ein Album zu produzieren. “Reinventing the Steel” erschien 2000 und wurde nochmals mit mehreren Tourneen rund um den Globus promotet. Ein ursprünglich geplantes neuntes Album wurde nie veröffentlicht und Pantera 2003 offiziell aufgelöst.

Damageplan und Tod Dimebag Darrells

Gemeinsam mit seinem Bruder nahm Darrell 2004 ein neues Projekt in Angriff, die Band Damageplan. Nach der Veröffentlichung von deren Debut-Album “New Found Power” kam es am 8. Dezember des Jahres während eines Damageplan-Konzertes in Columbus in Ohio zu einer Schießerei, bei der Dimebag Darrell und drei weitere Menschen starben sowie zwei schwer verletzt wurden.

Video: Berichterstattung über Amoklauf beim Damageplan-Konzert

Dimebag Darrells Equipment


Dime Dean Razorback

Eine DIME Dean Razorback "Explosion"

MLs und Razorbacks: Dimebags Gitarren

Dimebag Darrells erste elektrische Gitarre soll eine Les Paul von Hondo, einem japanischen Hersteller, gewesen sein. Weihnachten 1980 oder 1981 bekam Darrell von seinem Vater seine erste Dean ML geschenkt, eine Gitarre, die äußerlich wie eine Mischung der legendären Explorer- und V-Modelle von Gibson aussieht, deren Formen jedoch noch stark überzeichnet. Ausgestattet sind die Dean ML standardmäßig mit zwei hauseigenen DMT-Humbuckern. Dean Guitars bieten bis heute eine sehr große, beinahe unüberschaubare Anzahl an ML- oder ML-ähnlichen Gitarren an. Zu diesen zählen aktuell etwa zwei dutzend verschiedene Dimebag-Darrell-Tribute-Modelle, die sich aber vor allem hinsichtlich ihrer Lackierung und Formdetails voneinander unterscheiden.

Verstärker und Effekte

Für die Aufnahmen zu den meisten Pantera-Alben setzte Darrell vor allem auf Randall-Topteile, darunter insbesondere die Modell RG 100 und Century 200, ein. Benutzte er auf den ersten Pantera-Platten noch das klassische VOX Wah, stieg er später auf das Crybaby Wah um. Als andere feste Bestandteile des Dimebag-Sounds seien exemplarisch das MXR Flanger/Doubler oder das Rocktron Silencer genannt.

Einflüsse

Über Darrells musikalische Einflüsse während seiner Kindheit und Jugend ist wenig genaues bekannt – Ace Frehley gilt als eines seiner großen Idole und er soll Mitglied der “KISS Army”, des offiziellen Fanclubs der Hardrock-Band KISS, gewesen sein. Obwohl seine wichtigsten Vorbilder im Hardrock der 70er Jahre zu finden sein dürften, wird ihm häufig eine musikalische Nähe zu verschiedenen Heavy-Metal- und Thrash-Metal-Gitarristen der 80er Jahre attestiert, die teilweise auch zu seinen Weggefährten und Freunden zählten. Neben Randy Rhoads von Quiet Riot, Eddie Van Halen, Kerry King von Slayer, Zakk Wylde oder Kirk Hammett und James Hetfield von Metallica spielten für Darrell offenkundig auch Namen wie Tony Iommi und Joe Satriani eine wichtige Rolle.

Trotz seiner eigenen vielseitigen Einflüsse ist Darrell heute vor allem Gitarristen der Metal-Szene ein Begriff. Häufig bewundert werden sein Shredding, seine Legatos und Arpeggien sowie seine souveräne Beherrschung verschiedenster Tonleitern.

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